Bewertung: 4 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern inaktiv
 

Cover: Stolen Woman, Captured Hearts

 

Zum Inhalt

Anna reist nach Kansas, um eine von ihrem Bruder arrangierte Ehe einzugehen. Unterwegs wird der Wagentreck von Indianern überfallen, deren Anführer Tokalah läßt sie jedoch ziehen.
Am Tag nach ihrer Hochzeit wird sie, zusammen mit ihrer Freundin, von eben jenem Indianer entführt und muß fortan bei den Lakota leben. Im Laufe der Zeit paßt sie sich an das neue Leben an, und auch Gefühle zwischen ihr und Tokalah scheinen sich zu entwickeln.
Da taucht General Custer auf und will die beiden Frauen befreien. Die Zeichen stehen auf Krieg.

 

 

 

 

Meine Meinung

„Based on an true story“ („basiert auf einer wahren Geschichte“), so steht es im Vorspann. Nicht dort steht, daß diese offensichtlich für den Film sehr verändert wurde. Die wahre Geschichte gleicht eher einem Drama denn einer Romanze. Es empfiehlt sich also, geschichtlichen Hintergrund und Film zu trennen; unter dieser Voraussetzung hat mir der Western sehr gut gefallen und mich prima unterhalten.

Geschichten, in denen sich zwei zusammenraufen müssen, die sich kaum kennen, sich spinnefeind sind, aus verschiedenen gesellschaftlichen Kreisen oder gar Kulturen stammen oder sonstwie nicht harmonieren, sehe (und lese) ich recht gerne. Hier ist das der Fall, als Anna von den Sioux unter Tokalah entführt wird und sie fortan als Gefangene bei den Lakota leben muß. Daß es mit den beiden etwas seltsames auf sich haben muß, wird schon gleich zu Beginn des Filmes deutlich, als Tokalah beim Überfall auf einen Siedlertreck Anna nicht tötet, sondern am Leben und entkommen läßt.

Inwieweit das Leben (der Weißen wie der Indianer) nun immer richtig gezeigt wird, sei dahingestellt; der Film fällt eher in das Genre „Western-Romanze“ denn „Western-Realität“. Auch wenn weder im Vor- noch im Abspann der Name „Hallmark“ für die Produktionsfirma auftauchte, so fühlte ich mich doch oft an deren Streifen erinnert - was ich durchaus positiv verstanden wissen möchte, da Hallmark-Filme zu meinen absoluten Lieblingen zählen. Das heißt (etwas überspitzt ausgedrückt), bevor die Kamera eingeschaltet wird, hat man noch Zeit, sich die Hände zu waschen und zu kämmen (man will ja ordentlich aussehen im Fernsehen ;-) ), und weder allzuschlimme Sprache noch Bilder gibt es. Das heißt, so ziemlich der erste englische Begriff, den Tokalah lernt ist „son of a ..tch“. Na ja, Ausnahmen bestätigen die Regel. ;-)

Zusammen mit Anna wird auch deren Freundin Sarah entführt, wodurch der Kontrast entsteht, daß sich diese im Gegensatz zu Anna nur wenig in die Situation einfügt und nur das Ziel der Flucht und Rückkehr in ihr altes Leben vor Augen hat. Wie der Filmtitel schon andeutet, macht Anna eine eher entgegengesetzte Entwicklung durch. Während Sarah stur („stubborn“ wird sie öfters genannt) bei ihren Ansichten bleibt und sich zum Beispiel weigert, indianische Kleidung anzuziehen, selbst als ihr Kleid schon mehr in Fetzen denn in ganzen Stücken ist, ist Anna ihrer Umgebung, aber auch den Lakota gegenüber offener und anpassungsfähiger - und -williger.

Sie war eine von ihrem Bruder arrangierte Ehe eingegangen und am ersten Tag nach der Hochzeit entführt worden. Dennoch fühlt sie sich an ihr im „alten Leben“ gegebenes Versprechen gebunden und sagt dies Tokalah auch deutlich. Die Art, wie er Anna behandelt und auf ihren Sinneswandel wartet, von dem er überzeugt ist, daß er kommen wird, hat mich entfernt an eine Situation in Kerstin Groepers „Der scharlachrote Pfad“ erinnert. So ungewöhnlich scheint das also nicht gewesen zu sein.

Spätestens, als der Name Custer auftaucht, war klar, daß es mit der Friedlichkeit bald vorbei sein würde - und Custer hat seinem Namen alle Ehre gemacht, wenn man in seinem Zusammenhang überhaupt von „Ehre“ sprechen kann.

Insgesamt gehen hat mir der Film gut gefallen; ein Teil der Indianer (z. B. Tokalah) wurde auch von „Native Americans“ gespielt. Es gibt nur englische Sprache, die ich - bis auf wenige kurze Stellen - gut verstehen konnte. Die Schauspieler fand ich überzeugend und die Spannung zwischen Anna und Tokalah war spürbar. Der Film hat alle Erwartungen, die ich an ihn hatte, mehr als erfüllt und ich werde ihn mir sicherlich noch mehrmals ansehen.

 

Kurzfassung

Die von dem Lakota Tokalah entführte Anna muß sich an das Leben bei den Indianern gewöhnen und damit auseinandersetzen, daß ihr das bald besser als ihr bisheriges Leben gefällt.

 

Angaben zu Film und DVD / Weitere Informationen

Originaltitel: Stolen Woman, Captured Hearts
Regie: Jerry London
Drehbuch: Richard Fielder
Musik: Dana Kaproff
Darsteller: Janine Turner, Patrick Bergin, Jean Louisa Kelly, Michael Greyeyes, Rodney A. Grant, Saginaw Grant, u. v. a.
Sprache: Englisch
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Altersfreigabe: -
Erschienen: Film: 1997 / DVD: 2013
Regionalcode / Format: 0 / NTSC
EAN: 887936463389

Hier ein Blog, in dem die Geschichte der wahren Anna Brewster erzählt wird (in englischer Sprache)
Die Grabstelle der wahren Anna Brewster (Seite in englischer Sprache)

 

Hinweis des Webmasters: Wegen dauerndem Spam wurde die Kommentarfunktion für diesen Beitrag gesperrt.

{jcomments off}

   

Masci, Barbara A.: Das verlorene Erbe

Cover: Das verlorene ErbeZum Inhalt

Weiße Feder wurde als Säugling von Komantschen geraubt und hat sechzehn Jahre bei ihnen als eine der ihren gelebt. Nun kehr sie in die Welt der Weißen zurück. Nach einer Übergangszeit soll sie zu ihrer richtigen Familie gebracht werden. Widerwillig übernimmt Captain Grant diesen Auftrag. Doch das Unterfangen stellt sich als nicht ungefährlich heraus, denn nicht jeder ist begeistert, wenn eine verlorene Tochter nach Hause kommt.

Weiterlesen ...
   

Gray, Shelley Shepard: Hidden

Mit ganzem Herzen vertrau auf en Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit; such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade  (Sprüche 3,5+6, Seite 118)

 

Cover: HiddenZum Inhalt

Anna und Rob, der für das Repräsentantenhaus kandidiert, scheinen das perfekte Paar zu sein. Rob, der kultivierte, reiche Wunschschwiegersohn. Bis Rob sein wahres Gesicht zeigt: Gelder unterschlägt und Anna mißhandelt. Da die Eltern eher dem reichen Rob als ihrer Tochter Glauben schenken, bleibt ihr nichts anderes übrig, als zu fliehen, dorthin wo sie niemand vermutet: in das Gasthaus der Amischen Brennemans. Während sie dort Unterschlupf und Schutz findet, die Eltern nicht wissen, wo ihre Tochter ist, kommt Anna erstmals in ihrem Leben zum Nachdenken. Über sich, Gott, die Welt - und Henry, der sie bei ihrem Eintreffen so abgelehnt hat. Doch Rob tobt und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um seinen „Besitz“ wieder zu bekommen. So steuert alles auf ein gewalttätiges Zusammentreffen in der friedlichen Welt der Amisch zu. 

 

Weiterlesen ...
   

Gray, Shelley Shepard: Grace

Our Lord? Levi, think about it. Here we are all, together. A houseful of scattered individuals. It makes no sense that so much should have happened. So much during tonight, of all nights.* (Seite 221)

 

Cover: GraceZum Inhalt

Kurz vor Weihnachten, das Brennemans Bed & Breakfast ist geschlossen, alle freuen sich auf ein Weihnachtsfest im (großen) Familienkreis. Da taucht Levi Bender auf. Seine schriftliche Reservierung wurde verspätet zugestellt, wenige Stunden vor seiner Ankuft. Und kurz darauf kommt die hochschwangere Melody über Weihnachten an. Wegschicken geht nicht, es wird also nichts mit der Familienweihnacht.
Praktisch veranlagt, beschließt Frau Brenneman, die beiden unerwarteten Gäste einfach mit ins Familienleben zu integrieren. Und so kommt langsam zum Vorschein, vor welchen Gespenstern der Vergangenheit die beiden geflohen sind, jeder in der Hoffnung, Einsamkeit und Ruhe zu finden. Doch genau das gibt es nicht bei den Brennemans.
Leah, eine Freundin Melodys, hat sich unterdessen auf den weiten Weg nach Ohio gemacht, um ihre Freundin, die einfach so abgereist ist, zu suchen. Durch einen Unfall aufgehalten, lernt sie den [i]Highway Patrolman[/i] Zack kennen, mit dem gemeinsam sie den letzten Teil der Reise zurücklegt.
Mitten in einem Schneesturm kommen sie im Gasthof der Brennemans an, wo es gar nicht nach einem guten Weihnachtsfest aussieht. Katies Baby ist schwerkrank, und bei Melody haben die Wehen eingesetzt. Von der Außenwelt abgeschnitten, sind die Brennemans und ihre Gäste auf sich selbst und das eine oder andere Wunder der Weihnachtsnacht angewiesen.  

Weiterlesen ...
   

Gaucher, Guy: Chronik eines Lebens. Therese von Lisieux

Sie, die ihr Lebensende in den Finsternissen verbracht hatte, den modernen Unglauben prophetisch ankündigend, sie wird auch Patronin der inneren Missionen (Seite 313)

 

Cover: Chronik eines LebensZum Inhalt

Lisieux ist heute untrennbar verbunden mit der hl. Therese von Lisieux, einer Karmelitin, die in einem kurzen Leben zu einer der ganz Großen wurde. In diesem Buch wird ihre Lebensgeschichte in Romanform, jedoch getreu anhand überlieferter Dokumente erzählt. So entsteht das Bild einer Frau, die mit 24 Jahren starb, und doch einen weiteren Weg zurückgelegt hatte, als mancher Neunzigjährige. Und die zurecht von Papst Johannes Paul II. zur Kirchenlehrerin erhoben wurde.

 

 

Weiterlesen ...
   

Groeper, Kerstin: Die Feder folgt dem Wind

Theresa verstand mit einem Mal das Dilemma dieser Menschen. Gleichgültig, welchen Weg sie wählten: beide führten in die Katastrophe. (Seite 325)

Cover: Die Feder folgt dem Wind

 

Zum Inhalt

Theresa Bruckner ist eher widerwillig mit ihrem Mann nach Amerika ausgewandert. Ihre Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten, als nach dem Sand Creek Massaker Cheyenne ihre Farm überfallen, ihren Mann töten und sie verschleppen. Aber der Mann, der nicht wollte, daß sie getötet wird und sie mitnimmt, ist ein Lakota. In seinem Dorf angekommen ist es für sie wie in einer fremden Welt, die sie ablehnt. Doch als Soldaten das Indianerdorf überfallen und auch auf Theresa schießen, beginnt sich alles zu ändern.

Weiterlesen ...