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Politik beobachtet das Problem, visiert es an - und zielt daran vorbei. (Seite 58)

Cover: So nicht

 

Zum Inhalt

Bernhard Winklers Vorwürfe sind hart: Die Politik hat keine Ideale mehr und kümmert sich nicht um die Perspektiven der Jugend, bei der Jobsuche, in der Bildungspolitik, bei der Altersvorsorge. Demokratie ist zur Farce verkommen, die Politiker leben nur mehr in der Defensive, schreibt er. Sein Aufschrei ist laut, offensiv und kommt zum richtigen Zeitpunkt. Sein Fazit: Reißt endlich das Ruder rum, sonst entern Piraten und Dagobert Ducks das Parlament.  

 

 

 

Kommentar / Meine Meinung

Schon alleine der Abstand vom Ende des Lesens bis zum Schreiben dieser Rezi deutet meine Schwierigkeiten mit diesem Buch an. Dabei bin ich mit hohen Erwartungen an es herangegangen. Die wurden aber leider nicht erfüllt.

Ich war in meiner Jugend selbst politisch aktiv, bis irgendwann der „Frust über die Verhältnisse“ die Oberhand gewann und ich mich zurückzog. Da dies nun einige Jahre her ist und die Verhältnisse heute von einer Art sind, daß daß man eigentlich nur noch „So nicht!“ dazu sagen kann, hat es mich interessiert, wie ein heute junger Mensch politische Themen angeht.

Eine der Grunderkenntnisse, die ich aus diesem Buch gewonnen habe ist, daß sich eigentlich in den letzten Jahrzehnten im Grundsätzlichen nicht viel geändert hat. Vieles von dem, was er schreibt, galt zu meiner Jugendzeit auch schon. etwa daß zu wenig für Kinder oder Bildung getan wurde. In meiner Heimatstadt wurden seinerzeit zwar Neubaugebiete aus dem Boden gestampft, in die dann viele junge Familien zogen. Nur Spielplätze gab es keine. Von Bildung wurde viel geredet, aber wenn es ernst wurde (lies: Geld kostete) nicht viel getan. Das ist heute auch nicht viel anders.

Das Buch ist in 20 sogenannte „Anklagepunkte“ eingeteilt, aber oft habe ich mich gefragt, was er denn nun eigentlich anklagt? Es waren Feststellungen, Zustandsbeschreibungen, bei denen mir des öfteren die Tiefe gefehlt hat. Aber wenn es am Ende zu einer formulierten Anklage hätte kommen müssen, so fehlte die. Dabei spielt es keine Rolle, das naturgemäß die meisten der Beispiele aus Österreich (dem Heimatland des Autors) stammen. Die treffen auf uns in Deutschland ebenso zu.

Das Buch bietet eine Momentaufnahme von derzeitigen (politischen) Problemen. Eine wichtige Erkenntnis daraus ist für mich, daß keine für die Jugend, sondern meist eigentlich für alle Gesellschaftsschichten typischen Fragen angesprochen werden, was verdeutlicht, daß es falsch ist, „die Jungen“ gegen „die Mittleren“ oder „die Alten“ ausspielen zu wollen (was, das sei angemerkt, der Autor allerdings auch nicht beabsichtigt hat).  

 

Kurzfassung

In 20 Punkten geht der Autor auf aktuelle politische Probleme, nicht nur der Jugend, ein.  

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Über den Autor

Bernhard Winkler wurde 1989 geboren, 2008 bis 2010 war er Journalist bei den Oberösterreichischen Nachrichten, seit 2010 ist er PR-Mitarbeiter eines großen österreichischen Sportartikel-Unternehmens.  

Bibliographische Angaben

157 Seiten, kartoniert. Verlag: Kremayr & Scheriau, Wien 2013