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What would you be, if your weren’t on the show?* (Seite 134)

 

Cover: A Sugar Creek ChristmasZum Inhalt

Emma Sutton macht den Fehler, bei geöffnetem Mikrofon auszusprechen, daß Sie Weihnachten nicht ausstehen kann. Als Folge wird sie zu einer Auszeit gezwungen, zu deren Ende sie entweder einen überaus positiven Bericht über Weihnachten abliefern muß, um ihre Stelle wieder zu bekommen - oder sie ist ihren Job los.
So kehrt sie nach Jahren in ihre Heimatstadt Sugar Creek zurück, wo sie übergangsweise die Stelle einer Marketingchefin im Rathaus, die Weihnachtsaktivitäten plant, einnehmen soll. Allerdings ist zwischenzeitlich der Bürgermeister verstorben; zu seinem kommissarischer Nachfolger wurde Noah Kincaid ernannt. Eben jener, mit dem sie vor Jahren verlobt war und dann bei Nacht und Nebel verschwunden ist, um in New York Karriere zu machen. Da sind Schwierigkeiten geradezu vorprogrammiert.

 

 

Meine Meinung

Von der Autorin habe ich bisher zwei christlich geprägte Romane gelesen. So war ich gespannt, wie sie sich im „säkularen Genre“ schlagen würde, und wurde angenehm überrascht. Vor allem in Weihnachtsbüchern und -filmen mag ich den Charme amerikanischer Kleinstädte, in denen die Welt noch weitgehend in Ordnung ist - bis auf die Irritationen und Schwierigkeiten, die vonnöten sind, um die Handlung in Gang zu bringen. Das bot dieses Buch im genau richtigen Maß.

Nachdem Emma im Studio vor offenem Mikrofon ihren Mißmut über Weihnachten geäußert und damit einen Shitsturm sondergleichen ausgelöst hat, ist ihr Stern von heute auf morgen untergegangen. Ihr Chef bietet ihr an, daß sie eventuell zurückkommen könnte, wenn sie zu Weihnachten einen Bericht bringt, der jeden davon überzeugt, daß Weihnachten einzig das Fest der Familie und der Liebe ist und sie dessen größter Fan. Ansonsten ist sie ihren Job los. Da man in ihrer Heimatstadt Sugar Creek plant, die Stadt zu einer „Weihnachtshochburg“ zu machen und die Stelle der Eventmanagerin aus Vertretungsgründen frei ist, reist sie also nach Jahren zurück in die Stadt ihrer Kindheit. Aber natürlich wird alles nicht so einfach.

Denn der Bürgermeister, der sie auf Fürsprache von Emmas Großmutter eingestellt hatte, ist zwischenzeitlich verstorben; vorläufiger Nachfolger wurde ausgerechnet Noah Kincaid, der Freund aus Jugendtagen, mit dem Emma verlobt war und den sie vor Jahren bei Nacht und Nebel verlassen hatte, um in New York bei einer TV-Station Karriere zu machen. Keine guten Voraussetzungen für die beiden, auch wenn das Buch zur Gattung „Der Weg ist das Ziel“ gehört.

Aufgelockert wird die Situation durch Emmas Großmutter. Diese war bis zur Pensionierung als CIA-Agentin tätig und konnte die früheren Gewohnheiten nicht ablegen. Das ist für Emma nicht immer lustig, wohl aber für die Leser. Immer wieder entlockte sie mir mit ihren Aktionen „zur Sicherheit“ ein Grinsen, etwa wenn sie mitten in der Nacht eine Übung abhielt um zu trainieren, was man bei einem Einbruch macht - selbstverständlich ohne Emma vorzuwarnen, und was dergleichen Aktivitäten mehr waren, die immer wieder auch durchaus scharfe Waffen einschlossen.

Natürlich kommt es zu den, fast hätte ich geschrieben, üblichen und zu erwartenden Reibereien zwischen Emma und Noah, aber ganz so einfach ist es denn doch nicht. Nach und nach kommt zum Vorschein, daß mehr dahinter steckt - sowohl als Emma ihn seinerzeit sitzen ließ als auch bei Ihrer Abneigung gegen Weihnachten. Das hilft zum Einen den Figuren, ihr Verhältnis zueinander zu klären und zum Anderen dem Leser zu verstehen, wie sich Emma zu einer solchen „Weihnachtsmuffelin“ entwickeln konnte.

Die Figuren konnte ich mir gut vorstellen, desgleichen die Umgebung einer amerikanischen Kleinstadt, wie man sie auch aus so manchem Hallmark-Weihnachtsfilm kennt. Den Denk- und Handlungsweisen konnte ich stets folgen, Emmas Entwicklung war nachvollziehbar und folgerichtig, das Buch waren für mich in sich schlüssig bis hin zum „Ende auf Umwegen“. Sicher gibt es, das bleibt im Genre nicht aus, eine gewisse Vorhersehbarkeit, aber schließlich ist das weder ein Krimi noch ein Thriller, sondern ein Roman, der unterhalten und die Leser am Ende - möglichst - mit einem wohligen Gefühl im Bauch zurücklassen soll. Und genau das hat das Buch getan.

 

Mein Fazit

Ein Wohlfühlroman, der gut auf Weihnachten einstimmen kann und auf jeden Fall Lust auf mehr Erzählungen aus Sugar Creek macht.

 

Über die Autorin

Jenny B. Jones wurde in Arkansas geboren und lebt dort noch. Sie ist neben ihrer hautpberuflichen schriftstellerischen Tätigkeit noch in Teilzeit noch als Highschool Lehrerin tätig. Jones hat etliche erfolgreiche Romane geschrieben.

Sinngemäße Übersetzung und bibliographische Angaben

* = Was wärest Du, wenn Du nicht in der Show wärest?

210 Seiten, kartoniert
Verlag: Sweet Pea Productions, 2014. ISBN 978069235366