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His name was Rider Twelve Horses. Jim Moran was dead. * (Seite 140)

 

Cover: Ride The High Range

 

Zum Inhalt

Der junge Jim Moran erhält die Chance auf ein neues Leben bei den Crow im Montana. Als sein Freund auf brutale Weise mißhandelt wird, wird ihn nichts und niemand davon abhalten, Gerechtigkeit und Rache zu suchen. Was immer auch das für ihn selbst bedeuten mag.

 

 

 

 

Kommentar / Meine Meinung

Darüber, daß es den Western, also den richtigen Western noch gibt, hatte ich mich schon bei der Rezi zu „The Blackfoot Trail“ des selben Autors gefreut. Manches kam mir vertraut vor, etwa wenn nicht „sinnlos“ in der Gegend rumgeballert wurde, sondern Kugeln gespart wurden, indem das Opfer dann mit dem Messer erledigt wurde, so das noch vonnöten war. Im Unterschied zum genannten Buch jedoch ist hier der „Helden“ Weste nicht ganz so weiß, sondern weist durchaus graue Flecken auf. Nicht, daß nicht klar ist, wer die Guten und wer die Bösen sind. Aber Jim Morans Vergangenheit zu Anfang des Buches zeigt, daß er erst vom falschen auf den richtigen Weg kommen muß.

Daß das nicht so ganz geradlinig und einfach verläuft, liegt in der Natur der Sache. Und so beginnt das Ganze, indem Jim ins Kreuzfeuer gerät: von vorne Schießen die US-Kavallerie, von hinten seine Kumpane, die ihn für einen Verräter halten. Was - aus deren Sicht - nicht ganz falsch ist, da er in der Tat die Opfer des geplanten Überfalls warnen will. Und so beginnt denn die Handlung, Fahrt aufzunehmen, denn Jim wird gefangen und soll gehängt werden. Der Colonel glaubt ihm nicht, außerdem braucht er einen Sündenbock. Little Thunder, der Scout, wiederum weiß, was er gesehen hat und verhilft Jim zur Flucht. Der Colonel nimmt das als persönliche Niederlage, aus der für Jim im weiteren noch so manches Problem entstehen wird.

Die Handlung entwickelt sich relativ geradlinig westernmäßig. Die Gelegenheit, zu welcher Jim zu seinem Namen „Twelve Horses“ kam, will ich hier nicht verraten, nur soviel: das war filmreif. Wie überhaupt die ganze Zeit des Lesens über das Kopfkino in Farbe und 3D ablief. Das Buch gäbe eine gute Vorlage für einen Hollywoodwestern mit Elementen des Italowesterns, denn die Bösewichte sind wirklich ziemlich böse. Sicherlich gibt es weder seitenlange Landschaftsbeschreibungen noch tiefschürfende philosophische Überlegungen oder psychologische Deutungen der Figuren. Aber wozu auch - das wäre hier völlig fehl am Platze. Dennoch hatte ich eine sehr gute Vorstellung der landschaftlichen Gegebenheiten wie der handelnden Figuren, die für mich glaubwürdig und in sich schlüssig herüber kamen.

Das war nun das zweite Buch des Autors, das ich gelesen habe. Aus dem Genre kenne ich zwar noch nicht so viel, aber eines steht fest: Charles G. West zählt mit zu meinen Lieblingsautoren für Western. Wer also einen richtigen klassischen Western in Buchform sucht, ist mit ihm sicherlich gut beraten. Ich werde mir jedenfalls nach und nach seine übrigen Bücher, deren es recht viele gibt, besorgen und lesen.

 

Kurzfassung

Ein Western, wie er sein soll: hart, rauh, und mit mindestens einem Showdown.

 

Sinngemäße Übersetzung und Bibliographische Angaben

* = Sein Name war Rider Twelve Horses. Jim Moran war tot.
282 Seiten, kartoniert Verlag: Signet (Penguin Group) New York, NY 2010 ISBN-10: 0-451-23176-7 ISBN-13: 978-0-451-23176-5