„Unsere Fehler definieren uns nicht,“ schloß Hope und sprach aus, was alle dachten. „Außer wir lassen sie.“* (Seite 382)

Cover: The Hope the Lawman NeededZum Inhalt

Nach dem Tod ihrer Eltern waren Daniel und seine jüngere Schwester Hope auf sich alleine gestellt. Daniel verfiel dem Alkohol und dem Spiel, während Hope arbeiten ging und ihrem Bruder immer wieder Geld zuschustern mußte, um seine Schulden bei zwielichtigen Gestalten zu tilgen.
Da sie so nicht mehr länger leben will, reist sie als Mail Order Bride nach Montana - nur um festzustellen, daß Ethan, der die Anzeige aufgab, sie nicht heiraten wird. Sein Freund, der Rancher Jackson Hale, hat schon des Öfteren die Kohlen für ihn aus dem Feuer geholt, so auch hier. Er wird Hope heiraten, es soll allerdings eine Vernunftehe ohne weitere Verpflichtungen sein. Aber wie das so geht, im Laufe der Zeit kommt man sich dennoch näher, obwohl beide das nicht vor hatten. Kompliziert wird es allerdings, als immer mehr Angriffe auf die Ranchs der Gegend verübt werden. Und auch ihre Ranch ins Blickfeld der Übeltäter gerät.

 

 

 

Meine Meinung

Es ist fast schon ein Untergenre im Western(romance)-Bereich: Mail Order Brides. Wobei ich vermute, daß die Romantik weitgehend nur in den Büchern existiert, bei den „wirklichen“ Mail Order Brides dürfte es eher um das harte Leben - und vor allem das Überleben - gegangen sein. Sei es am Herkunftsort, sei es am Ziel an der Frontier. Und auch wenn es in den Romanen Etliches an Not und Mühsal zu überwinden gilt, war die Realität mit Sicherheit noch um einiges härter.

Aber wenn man darüber lesen will, wird man eher zu einem Buch wie „Hearts West. True Stories of Mail-Order Brides on the Frontier“ von Chris Enss greifen denn zu einem Roman. Da geht es eher um Unterhaltung - und in dieser Hinsicht entspricht der Roman vollstens den Erwartungen - er hat mich prächtig unterhalten. Wobei zugegeben sei, daß manche Entwicklungen nicht wie von mir erwartet verliefen, also durchaus auch ein gewisser Überraschungseffekt vorhanden war.

Zu Beginn kann man in einem extra Kapitel, das man im eBook herunterladen kann, die Vorgeschichte lesen. Die ist für das Verständnis nicht zwingend erforderlich, gibt aber einige Hintergrundinformationen zum bisherigen Leben und besseren Verständnis von Hope und Daniel. Während Hope hart arbeitet und Geld für sie beide verdient, hat Daniel nichts anderes im Sinn als Glücksspiel und Alkohol; das kann auf Dauer nicht gut gehen. So bricht Hope aus ihrem tristen Dasein aus, antwortet auf eine Anzeige für eine Mail-Order-Bride und macht sich auf den Weg nach Montana.

Doch sie kommt vom Regen in die Traufe: ihr angeblicher Zukünftiger will eigentlich gar keine Frau - und will sie dahin schicken, wo sie her kam. Aber Hope will nicht mehr in ihr altes Leben zurück - und ehe sie sichs versieht, ist sie mit Jackson Hale, dem besten Freund ihres eigentlichen Bräutigams, verheiratet. Man hat sich auf eine Vernunftehe ohne sonstige Verpflichtungen geeinigt, so scheint allen geholfen zu sein.

Daß es damit nicht sein Bewenden hat, ist dem Leser von vornherein klar, fraglich ist nur, wie es denn wirklich weiter geht. Und ja, da war - wie nicht anders zu erwarten - einiges an Entwicklungen vorhersehbar, auch wenn das auf die „Umwege“ bis zum Ende nicht immer zutrifft. Die Entwicklung des Verhältnisses zwischen den beiden erschien mir sowohl was das „Tempo“ als auch die Art und Weise betrifft, nachvollziehbar und schlüssig beschrieben. Ein paar Geheimnisse, die Denken und Handeln beeinflussen, werden auch im Laufe der Erzählung geklärt.

Aber was mir (fast) mit am besten gefallen hat: ich fühlte mich in einen richtigen klassischen Western versetzt, wie ich ihn etwa aus den Filmen der 50er und 60er Jahre her kenne. Allerdings sind hier auch die „Guten“ nicht völlig „gut“, sondern haben ihre Schattenseiten - wie jeder Mensch auch.

Zum guten Ende gibt es schließlich noch ein Zusatzkapitel als Bonus (im eBook zum Herunterladen), in welchem es einen Ausblick auf die Geschehnisse nach dem Ende der eigentlichen Romanhandlung gibt - ein wirklich runder Abschluß eines Romanes, den ich sehr gerne gelesen habe. Für mich zwar das erste, aber sicherlich nicht das letzte Buch der Autorin.

 

Mein Fazit

Ein Roman, der mich (im positiven Sinne) an einen klassischen Western erinnert hat. Mit Guten, mit Bösen, mit Auseinandersetzungen und dem Leben an der Frontier. Er hat mich für ein paar sehr angenehme Lesestunden in eine andere Welt entführt und den Alltag vergessen lassen. Genau das, was ich von dem Buch erwartet habe.

 

Über die Autorin

... habe ich nicht allzuviel gefunden. Sie schreibt schon seit ihrer Jugend, liebt Western und lebt mit ihrer Familie in Texas.

Originaltext und Bibliographische Angaben meiner gelesenen Ausgabe

* = „Our mistakes don’t define us,“ Hope concluded, giving voice to what they were all thinking. „Not unless we let them.“ (S. 382)

Kindle-eBook, ca. 440 Seiten
Verlag: Rubedia, 2026
Amazon-ASIN B0H9JD92ZF

Auch erhältlich als Taschenbuch:
Ca. 349 Seiten, kartoniert
Independentliy Published, 2026
Amazon ASIN B0H9J3CNSB; ISBN-13: 979-8188034252