Wenn du glaubst, ist dein Weg lichterfüllt. So glücklich wie ein Weihnachtsbaum mit einem Engel an der Spitze. (S. 93)

 

Cover: The Chistmas AngelZum Inhalt

Im Jahre 1875 lernte Owen Thomas aus Wales bei einer Theatervorstellung in London die Schauspielerin Jessica Lavery kennen und verliebt sich unsterblich in sie. Er schnitzte einen Weihnachtsengel mit lavendelfarbenen Augen - der Augenfarbe Jessicas. Diese nahm jedoch weder den Engel noch den Heiratsantrag an.
Nach diesem Mißerfolg wanderte Owen in die USA aus, wo er in einer Kohlenmine arbeitete. Nach einigen Jahren lernte er dort Maggie Conygham kennen und lieben. Sie heirateten - und was aus ihnen und ihren Nachkommen wurde, davon erzählt dieses Buch.

 

 

 

Meine Meinung

Nun, da ich das Buch ausgelesen, der Kreis sich geschlossen und ein neuer begonnen, hat mich das Buch so in seinen Bann gezogen, daß ich nicht so recht weiß, wie ich die vielen Gedanken, die mir durch den Kopf schwirren, in eine sinnvolle Reihenfolge und überhaupt in Worte fassen soll. Noch völlig in der Geschichte aufgegangen, ist mir nur eines klar: dieses Buch ist ein sehr starker Anwärter auf den Titel „Lesehighlight des Jahres“.

Dabei fing es ganz harmlos an.

Nachdem ich mir den Film „Angel of Christmas“ angesehen hatte, wollte ich den diesem Buch zugrunde liegenden Roman bestellen. Aber hier hat sich meine große Bibliothek wieder einmal bewährt: das Buch hatte ich bereits vor einigen Jahren, nach dem ersten Ansehen des Filmes, erworben. Brav stand es im Regal „Weihnachtsbücher englisch“ und wartete auf seine (Lese-)Stunde(n). Die waren nun endlich gekommen. Schon während des Lesens war ich mir unsicher, was mir besser gefallen würde: Film oder Buch. Beide haben ihren ganz eigenen Charme, ihre eigene Stimmung, sind in sich vollkommen. Jetzt, nach dem Lesen, ist das Pendel eindeutig zugunsten des Buches ausgeschlagen, denn auf Grund der deutlich weiter ausholenden Erzählung ist es tiefergehend als der Film.

Vereinfacht gesagt, handelt es sich um die Geschichte eines aus Holz geschnitzten Engels, den Owen Thomas aus Wales im Jahre 1875 für seine Angebetete schnitzte - diese nahm jedoch weder seinen Heiratsantrag noch den Engel an. Owen Thomas nahm den Engel und wanderte in die USA aus, um ein neues Leben zu beginnen. Fortan wird der Engel ihn und seine Nachkommen bis ins späte 20. Jahrhundert begleiten, wird Zeuge von Freud und Leid, bis sich der Kreis nach über einhundertzwanzig Jahren schließt und der Engel in seine ursprüngliche Heimat zurück kehrt.

Das ist in nüchternen Worten der ungefähre Inhalt, der sich schon aus dem Prolog erschließt. Was die Autorin allerdings aus dieser „einfachen“ Geschichte gemacht hat, hat mich in den Bann gezogen wie schon lange kein Buch mehr. Episodenhaft begegnen wir Owen Thomas und den Seinen an wesentlichen Stationen ihres Lebens - das sind hier diese, in welchen sie ihren jeweiligen Partnern begegnen und die Familiengeschichte fortgeführt wird.

Der Autorin gelingt es, die Figuren so eindrucksvoll einzuführen, daß diese beim Lesen in meinem Kopf zum Leben erwacht sind. Bei einer Geschichte über so einen langen Zeitraum bleibt es nicht aus, daß die ersten Generationen sterben, denn niemand lebt ewig. Fast hat sich dabei eine gewisse Trauer eingestellt, wenn es denn hieß, daß Großmutter/Großvater inzwischen verstorben seien. Ein paar Seiten zuvor waren die doch noch „quicklebendig“! Dadurch lag über der Erzählung stets eine gewisse Melancholie. („Ich liebte nur zwei Frauen in meinem Leben. Und ich habe sie beide verloren.“ - S. 99**) Aber so ist nunmal der Lauf der Welt.

An die im Prolog angesprochene „Magie“ mußte ich unwillkürlich denken, als die Handlung über weite Teile in Bethlehem/Pennsylvania angesiedelt und (vgl. S. 107) von einer jährlich wachsenden Krippe die Rede ist. Genau dieses Motiv taucht auch im Film „Miracle in Bethlehem, PA“ auf.

Schließlich im letzten Abschnitt angekommen (Weihnachten in Wales, 1990), beginnt sich alles zu fügen, der Kreis schließt sich und eine neue Geschichte könnte erzählt werden. Ich kannte die Auflösung schon vom Film her, aber hier liest es sich deutlich gefühlvoller, als in der Verfilmung dargestellt. Wie ich überhaupt die ineinander verwobenen Geschichten als sehr emotional empfunden habe.

Am Ende angelangt, ließ ich die Episoden nochmals in Ruhe vor meinem inneren Auge vorbeiziehen. Auch, wenn viele Szenen an oder um Weihnachten angesiedelt sind, ist dies eher kein Weihnachtsbuch. Es ließ mich in ´nachdenklicher Stimmung und dem festen Vorsatz, das Buch in einigen Monaten nochmals zu lesen, zurück. Denn wer weiß, vielleicht ist es ja doch ein Weihnachtsbuch und hat mehr mit Weihnachten zu tun, als es beim ersten Lesen offenbart.

 

Mein Fazit

Das ist eine Geschichte von Glaube und Liebe. Ja, und auch von Magie.“ (S. 1)*** Besser kann man das nicht zusammenfassen. Einfach zauberhaft.

 

Über die Autorin

Jane Maas wurde 1932 in Jersey City, NJ, geboren. Nach ihrem Studium arbeitete sie in verantwortlicher Position für große Werbeagenturen wie Ogilvy & Mathers. Sie hat mehrere Sachbücher sowie zwei belletristische Bücher geschrieben. Jane Maas verstarb am 16. November 2018.

Originaltexte und Bibliographische Angaben meiner gelesenen Ausgabe

* = When you believe, the way is full of light. As happy as a Christmas tree with an angel at the top. (S. 93)
** = I have loved only two women in my life. And I have lost them both. (S. 99)
*** = This is a story of faith and love. Yes, and magic, too. (S. 1)

175 Seiten, etliche Illustrationen, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: Thomas Dunne Books, an Imprint of St. Martins’s Press, New York 2013; ISBN 978-1-250-037757-2

 

Cookies erleichtern bzw. ermöglichen die Bereitstellung unserer Dienste. (Bei der Nichtannahme von Cookies kann die Funktionsfähigkeit der Website eingeschränkt sein.)