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I had a dream. Cheyenne women were weeping and holding dead children. Sometimes I feel like ... like they’re all destined for something we can’t stop or control. Some kind of nameless, ominous threat. And our own destiny will be marked by what happens to the People. (Seite 43f*)

 

Cover: River Of LoveZum Inhalt

Zeke und Abby leben inzwischen meistens auf Ihrer Ranch am Arkansas und züchten Pferde. Doch die Zeiten ändern sich, was bedeutet, daß das Leben für sie und ihre Kinder immer schwieriger wird. Rücksichtslos strömen mehr und mehr Weiße ins Land, ohne auf Indianer, Wild oder Umwelt zu achten. Wobei Indianer und ein Halbblut wie Zeke (und somit seine Familie) für die meisten weniger Wert sind als ein Stück Dreck.
Dauernd gilt es, Herausforderungen, Mißhelligkeiten und Angriffe der Weißen zu überstehen. Von den fatalen Wirkungen des Alkohols ganz abgesehen. Die Jahre werden nicht einfach für Zeke, Abby und die wachsende Kinderschar. Immer wieder besteht Lebensgefahr für sie und die ihren. Und nie kann man sicher sein, daß selbige abgewendet werden kann.

 

 

 

Meine Meinung

Nichts lebt lang. Nichts bleibt bestehen. Außer der Erde und den Bergen. Unwillkürlich fiel mir der im Vorgängerband mehrfach zitierte Todesgesang der Cheyenne ein, als ich überlegte, wie ich die Rezension zum dritten Band der „Savage Destiny“-Reihe beginnen sollte. Man hätte ihn an vielen Stellen im Buch anstimmen können; je weiter ich im Buch voran gekommen bin, je mehr bestätigte sich dieser Todesgesang. Auch wenn man um Zeke und Abby Monroe direkt keine Angst haben muß - noch nicht jedenfalls. Denn schließlich umfaßt die Reihe sieben Bände.

Nachdem ich nun die ersten drei Bücher direkt nacheinander gelesen habe, ist es schwierig, die Geschehnisse einem Band direkt zuzuordnen; es ist eine durchgängig erzählte Geschichte und im Kopf verbinden sich die drei Teile zu einem einzigen. Recht bald tauchen die ersten dunklen Wolken am Horizont auf in Gestalt eines Ingenieurs, der die beste Route für die zu bauende Eisenbahn sucht - und dabei Zekes und Abbys Land im Sinn hat. Wer Zeke kennt weiß allerdings, daß es nicht sehr sinnvoll ist, sich mit ihm anzulegen. Seit meiner frühen Kindheit ist die (Modell-) Eisenbahn mein Hobby, insofern habe ich den Bau der Eisenbahn immer aus „deren“ Sicht gesehen. Hier nun wird deutlich, was das - zumindest in weiten Teilen Amerikas - für die Bewohner, vor allem die Indianer, bedeutete. Der direkte Bau wie auch die sich daraus ergebenden Folgen, daß sich nämlich immer mehr Weiße ins Land ergossen. Und beispielsweise nur zum „Jagdspaß“ Bisons abknallten und die dann einfach liegen ließen. Wodurch den Indianern die Lebensgrundlage geraubt wurde - mit den bekannten Folgen. Das wird hier beängstigend real beschrieben.

Überhaupt wird in diesem Band mehr als deutlich, daß die Lebensweise des „weißen Mannes“ dessen Grundlagen - nämlich die Natur - langsam, aber sicher zerstört. Und damit meine ich nicht nur die damaligen Weißen, die ihren Abfall auf dem Weg nach Westen einfach in die Gegend warfen, oder damit die Flüsse verseuchten, so daß das Wasser schlecht und zur Ursache für die Ausbreitung von Seuchen unter den Indianern wurde, die Abertausenden das Leben kostete, sondern auch „unsere“ heutige Lebensweise. Doch offensichtlich hat die Natur begonnen zurückzuschlagen (Stichwort Klimawandel). Es wird sich zeigen, ob man auf Dauer gegen die Natur leben und wirtschaften kann. Ich vermute jedoch, daß die Natur den längeren Atem hat. Die Anfänge sind in diesem Roman recht deutlich zu erkennen, nur daß weder die Menschen damals noch heute aus den Warnzeichen gelernt haben, und (Profit-)Gier anscheinend der einzige Motor ist.

Die Autorin hat mit der Familie Monroe überaus starke Figuren geschaffen, die man so schnell nicht wieder vergißt. Es ist, als ob man bei guten Freunden zu Besuch ist. Wenngleich der Besuch oft alles andere als angenehm ist. Das Kopfkino springt schon nach wenigen Sätzen an, und manchmal möchte man gar nicht so genau wissen, was passiert. Denn liest man die Savage-Destiny-Reihe, sollte man nicht zu zart besaitet sein. Rosanne Bittner gelingt es auch mit nicht so ausufernden Beschreibungen, recht gute Vorstellungen davon zu vermitteln, was geschieht. Und wenn Zeke auf dem Kriegspfad ist, möchte man ihm weder im Hellen und schon gar nicht im Dunkeln begegnen.

Aber es gibt auch die leisen Momente, die haben es in sich und gehören für mich zu den emotionalsten im Buch. Vor allem gegen Ende, wenn die Kämpfe dieses Buches ausgetragen sind und die Erzählung langsam ausklingt. Dreizehn Jahre sind vergangen seit jenem schicksalhaften Treck gen Oregon, auf dem Zeke und Abby sich das erste Mal begegnet sind. Dreizehn Jahre voll Freud und Leid, Liebe und Haß, Leben und Tod. Noch einmal passieren all die vielen, die nicht mehr da sind, Revue, noch einmal kommt die Erinnerung an die vergangenen Zeiten, die endgültig vorüber sind, der Blick auf eine Zukunft, die überaus düster erscheint.

Eine immer stärker werdende Melancholie liegt über den letzten Seiten, und wenn Zeke zu seiner Mandoline greift, singt er den Schwanengesang auf eine untergegangene Epoche.

 

Mein Fazit

Freud und Leid, Liebe und Haß, Leben und Tod. Von all dem und vielem mehr handelt der dritte Band der Saga um Abby und Zeke. Eine Reihe, die lesesüchtig macht und ihresgleichen sucht.

 

Über die Autorin

Rosanne Bittner wurde 1945 geboren und begann schon während der Schulzeit zu schreiben. Ihr erstes Buch verkaufte sie 1983; bisher sind über sechzig Romane von ihr erschienen. Sie ist seit 1965 verheiratet und zweifache Mutter. Sie lebt in der Nähe des Lake Michigan.

Bibliographische Angaben meiner gelesenen Ausgabe

413 Seiten, kartoniert
Verlag: ZEBRA Books, Kensington Publ. Corp. New York NY 1984; 4. Auflage 1996 ISBN-10: 0-8217-5344-4 , ISBN-13: 978-0-8217-5344-6

 

Sinngemäße Übersetzung:
* = Ich hatte einen Traum. Cheyennefrauen weinten und hielten tote Kinder. Manchmal habe ich das Gefühl ... als ob sie alle einem Schicksal entgegen gehen, das wir weder aufhalten noch kontrollieren können. Eine Art namenlose, unheilbringende Bedrohung. Und unser eigenes Schicksal wird dadurch bestimmt, was mit dem Volk geschieht. (Anm.: Volk = Cheyenne)

 

   
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