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In the north the Sioux fight, and the soldiers ride down on them and bring them harm. Here we try to keep the peace, and still the soldiers ride down on us. It does not seem to matter which we do. (Seite 379*)

 

Cover: Embrace The Wild LandZum Inhalt

Auf dem Weg nach Fort Lyon zum jährlichen Fest mit Pferderennen der Navaho werden Zeke, Abby, ihre Kinder und Begleitung von Wegelagerern angegriffen. Einer entkommt und erzählt im Fort, daß es genau umgekehrt gewesen sei. Nachdem er später auch noch Abby bedroht, wird er der erste in diesem Buch, aber sicher nicht der letzte und schon gar nicht der erste, wenn man an die Vorgängerbände denkt, sein, der dies bitter bereuen und mit seinem Leben bezahlen wird. Doch dies ist nur die Ouvertüre.
Wolf Blood ist fünfzehn und will an der Zeremonie des Sonnentanzes teilnehmen, weshalb die ganze Familie zum Festplatz reist. Der Zwischenfall auf dem Weg dorthin wird noch furchtbare Folgen haben. Abgesehen vom Bürgerkrieg, der ausbricht und mehr Auswirkungen auf die Familie Monore haben wird, als man zu Beginn ahnen kann. „Unruhige Zeiten“ ist ein sehr beschönigender Begriff für das, was alle durchmachen müssen.

 

 

 

Meine Meinung

Von Buch zu Buch wird es schwieriger, den Inhalt zuzuordnen, denn hier wird über über sieben Bände hinweg eine durchgehende Geschichte erzählt, die - vor allem, wenn man die Bände direkt hintereinander liest - im Kopf zu einer Einheit verschmelzen. Zumal Fäden aus den Vorgängerbänden hier wieder aufgenommen und weiter, oder auch zu Ende geführt werden, also eine zusätzliche Verschränkung der Bücher stattfindet.

Sehr schnell war ich in der Geschichte drinnen, sind die Hauptfiguren doch schon fast Freunde oder noch eher so etwas wie Familienangehörige geworden, die man durch ihren Lebensweg begleitet. Genau dies bringt mich zu einem Kritikpunkt. Sicherlich ist es notwendig, manche Information aus früheren Bänden für Leser, die diese nicht kennen, zu erwähnen. Aber hier hatte ich des Öfteren das Gefühl, daß das zu oft passierte, vor allem, wenn manche Dinge mehrfach im Buch wiederholt wurden. Wenn man die ersten Bände präsent hat, kann das manches Mal doch etwas nerven. Da das andererseits mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist - was solls. Die Stellen habe ich einfach schneller bzw. nur diagonal gelesen.

Ansonsten entwickelt sich die Handlung folgerichtig weiter. Wer sich etwas in amerikanischer Geschichte auskennt, weiß, was so alles auf die Familie Monroe zukommt. Das kalte Grausen überlief mich, als auf einer Seite „Sand Creek“ erwähnt wurde. Doch noch ist es 1863, das dürfte im fünften Band eine Rolle spielen.

Überhaupt der Bürgerkrieg oder auch Krieg allgemein. Selten habe ich mit weniger Worten die Absurdität eines Krieges beschrieben gefunden wie hier (vgl. S. 258ff). Da treiben nüchterne Erzählungen die Tränen in die Augen. Wie überhaupt das Einflechten der historischen Umstände, erzählt aus Sicht der Verlierer, und die sich im Handlungsfortgang daraus für diese ergebenden Folgen immer wieder erschütternd zu lesen sind. In einem Sachbuch mögen die historischen Entwicklungen nüchtern dargestellt werden können, sie sind dann in gewisser Hinsicht „seelenlos“. Hier aber liest man sowohl die geschichtlichen Fakten und Entwicklung als auch die direkten Auswirkungen auf die Betroffenen in Gestalt der Hauptfiguren. Das ist an manchen Stellen fast unerträglich und hat bei mir Emotionen hervorgerufen, von denen ich nicht wußte, daß ich deren fähig bin. Es gibt Szenen im Buch, da ich froh war, daß weit und breit kein Anwalt zu sehen war, der etwas von der ach so schlimmen Kindheit des Täters sagte und die Belange der Opfer völlig ausblendete. Hier ging es um die Opfer - und die Bestrafung der Täter. Nach dem alten Gesetz des Westens und dem der Cheyenne. Die Autorin mußte solche Szenen nicht allzu ausführlich beschreiben, man weiß dennoch, was passiert. Die sind nichts für schwache Nerven (wie die Schilderung der grausamen Verbrechen vorher auch nicht) - aber ich kann nicht behaupten, daß ich auch nur eine Spur Mitleid gehabt hätte.

Einige der losen Enden werden so im Laufe des Buches endgültig und final beendet, während genug offen bleiben, die für die Zukunft nicht unbedingt nur Gutes für die Familie Monroe und die Cheyenne erwarten lassen, zumal der „Weiße Mann“ sich plötzlich so sehr um das Wohlergehen der Schwarzen sorgt, während er auf der anderen Seite alles unternimmt, die Indianer einzusperren und zu vernichten (vgl. S. 256). Doch das wird eine andere Geschichte.

 

Mein Fazit

Der älteste Sohn Wolfs Blood unterzieht sich dem Sonnentanz und zum wird zum vollwertigen erwachsenen Krieger. Seine Fähigkeiten wird er dringend brauchen, genauso wie Zeke die seinen, wenn er in den Bürgerkrieg hineingezogen wird. Doch ihre ganze Schlagkraft wird gegen Ende des Buches gefordert. Ein Buch, das ich kaum aus den Händen legen konnte. Eine Reihe, die lesesüchtig macht und ihresgleichen sucht.

 

Über die Autorin

Rosanne Bittner wurde 1945 geboren und begann schon während der Schulzeit zu schreiben. Ihr erstes Buch verkaufte sie 1983; bisher sind über sechzig Romane von ihr erschienen. Sie ist seit 1965 verheiratet und zweifache Mutter. Sie lebt in der Nähe des Lake Michigan.

Bibliographische Angaben meiner gelesenen Ausgabe

413 Seiten, kartoniert
Verlag: ZEBRA Books, Kensington Publ. Corp. New York NY 1984; ISBN-10: 0-8217-5413-0, ISBN-13: 978-0-8217-54130-9

Hier eine Aufstellung der gesamten Serie: Bittner, Rosanne: Savage Destiny

Sinngemäße Übersetzung:
* = Im Norden kämpfen die Sioux, und die Soldaten reiten gegen sie und bringen ihnen Leid. Hier versuchen wir den Frieden zu halten, und dennoch reiten die Soldaten gegen uns. Es scheint völlig egal zu sein, was wir tun.